
Art of Bridging
Wie wir uns wieder finden.
Cis-Frauen, Cis-Männer, Non-binäre und queer Personen.
der Hintergrund
Über Jahrhunderte hinweg wurden die Rollen von Frauen, Männern und anderen Geschlechtsidentitäten durch Traditionen und gesellschaftliche Normen stark geprägt. Diese alten Strukturen passen nicht mehr in unsere Zeit und haben zu oft zu Ungleichheit und Missverständnissen geführt.
Die Vorstellung, dass bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen "männlich" oder "weiblich" seien, schränkt die Fähigkeit, andere als Individuen zu sehen, zu stark ein.
Ein weiteres grosses Hindernis ist die Machtdynamik. In vielen Kulturen sind Männer historisch gesehen in Machtpositionen, während Frauen und non-binäre Personen weniger Einfluss haben. Diese Ungleichheit kann es schwierig machen, sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen.
Kommunikationsprobleme und fehlendes Verständnis
Missverständnisse entstehen oft, weil Menschen unterschiedliche Kommunikationsstile und emotionale Ausdrucksweisen haben, die von ihrer Sozialisierung abhängen. Wenn diese Unterschiede nicht erkannt und akzeptiert werden, kann dies zu Konflikten und dem Gefühl führen, nicht verstanden zu werden.
Fehlende Empathie und Stereotypen sind ebenfalls grosse Hindernisse. Wenn wir Menschen auf der Grundlage von Klischees beurteilen, anstatt sie als einzigartige Individuen kennenzulernen, verlieren wir die Chance auf eine ehrliche und friedliche Begegnung. Die Annahme, eine Person zu kennen, nur weil man ihr Geschlecht kennt, verhindert eine echte Verbindung.
Was Dich erwartet
Die ersten Schritte
Ich
Das ich beginnt mit dem Erkennen und der Akzeptanz des eigenen Selbst.
Das erkennen der eigenen Identität, die individuellen Bedürfnisse, Gefühle und Erfahrungen die das Ich ausmachen.
Es ist der erste Schritt zur Selbstverwirklichung und zur Selbstakzeptanz.
Wenn wir uns selbst gut kennen und annehmen, sind wir bereit, uns einem anderen Menschen zu öffnen.
Du
Der Schritt zum Du bedeutet, eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen und dabei vor allem die Vielfalt der Geschlechter zu berücksichtigen:
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Männlich: Traditionell werden dem männlichen Geschlecht Eigenschaften wie Stärke und Rationalität zugeschrieben. In diesem Prozess geht es darum, sich von starren, patriarchalen Denkmustern zu lösen. Ein neues, modernes Bild von Männlichkeit erlaubt es, auch Gefühle und Verletzlichkeit zu zeigen.
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Weiblich: Oft mit Empathie und Fürsorglichkeit verbunden, ist es wichtig, die Selbstbestimmung und Stärke der weiblichen Identität zu betonen. Die Abgrenzung vom patriarchalen Denken bedeutet hier, die Frau nicht als Objekt oder als Ergänzung zum Mann zu sehen, sondern als gleichberechtigte, starke und autonome Persönlichkeit.
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Non-binär: Non-binäre Identitäten stellen die traditionelle Geschlechterbinarität infrage. Die Anerkennung und Akzeptanz non-binärer Menschen ist der wichtigste Schritt, um patriarchale Strukturen zu überwinden, da sie zeigen, dass es mehr als nur zwei Geschlechter gibt und die Identität nicht an biologische Merkmale gebunden ist.
Der Aufbau einer echten Ich-Du-Beziehung erfordert gegenseitigen Respekt, Empathie und das Loslassen vorgefertigter Annahmen über Geschlechterrollen.
Wir
Der nächste Schritt vom Du zum Wir ist die Entwicklung von Zweisamkeit hin zu einer Gemeinschaft. Hierbei werden die individuellen Identitäten der Partner nicht aufgegeben, sondern verschmelzen zu einer neuen, gemeinsamen Identität, dem Wir. .
Dieses Wir steht für:
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Gemeinsame Ziele und Visionen: Das Wir ermöglicht es uns, gemeinsam etwas zu erschaffen, das die individuelle Kraft jedes Einzelnen übersteigt.
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Solidarität und Unterstützung: In einer Gruppe können wir uns gegenseitig unterstützen und füreinander da sein.
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Gegenseitige Bereicherung: Jedes Mitglied bringt seine einzigartigen Fähigkeiten, Perspektiven und Erfahrungen ein, was die Gemeinschaft stärkt und bereichert.
In diesem Prozess ist es wichtig, dass das Wir nicht als eine Gruppe verstanden wird, die von einer Person dominiert wird. Stattdessen sind wir alle, unabhängig von Geschlecht oder Identität, gleichberechtigt und können unsere rollen aktiv mitgestalten.
Das ist die entscheidende Abgrenzung zu patriarchalen Denkmustern, die oft auf der Herrschaft von wenigen über viele beruhen.
In einer progressiven und modernen Gesellschaft geht es darum, die Vielfalt in der Gruppe zu feiern und jedem Mitglied eine Stimme zu geben. Ein gesundes Wir ist eine Gemeinschaft, die auf Gleichberechtigung, Empathie und gegenseitigem Respekt aufbaut.
1. Wochenende:
Übungen und Erfahrungsräume:
- sexuellen, körperlichen und mentalen Verletzungen Raum geben
- Sexuellen Wünschen und bedürfnissen Raum geben.
- Sich zeigen, so wie du bist
- die eigene sexuelle Geschichte erzählen, weil diese wichtig ist
- Heilrituale
2. Wochenende:
Übungen und Erfahrungsräume:
Wer bin ich als sexuelles Wesen und welchen Archetypen gebe ich mir? Traumreise in Anima und Animus.
- Rollentausch: weiblich lesende Körper werden männlich lesende Personen, Non-binäre Personen nehmen die Identität an, welche sie am meistens fordert.
- Erfahrungswelten in diesen Rollen mit andern und mit sich selbst iin einem sicheren, traumasensitiven Raum erleben.
Alle diese Übungen sind angeleitet.
Nacktheit und Berührungen können teil verschiedener Meditationen sein und sind immer freiwillig.
Es finden keine Handlungen im herkömmlichen Sinne von Sexualität statt.
Das Patriarchat beeinflusst die menschliche Sexualität, indem es bestimmte sexuelle Normen und Machtstrukturen festlegt, die vor allem auf Heteronormativität und der Dominanz des Mannes basieren. Dies führt oft zu Unterdrückung, ungleichen Machtverhältnissen und Stereotypen, die sowohl Frauen als auch Männer in ihrer sexuellen Entfaltung einschränken.
Auswirkungen auf
CIS Frauen:
Objektivierung und Unterdrückung: Frauen werden im Patriarchat oft als Objekte sexueller Begierde gesehen. Ihre eigene sexuelle Lust und ihre Wünsche werden dabei häufig ignoriert oder tabuisiert. Sexuelle Gewalt: Sexuelle Gewalt, die meist von Männern an Frauen verübt wird, dient als Mittel, um patriarchale Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten und Frauen "zurechtzuweisen", wenn sie nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen. Fokus auf Penetration: Das Konzept von Sex wird oft auf die Penetration reduziert, wobei der männliche Orgasmus im Vordergrund steht. Die weibliche Lust, insbesondere die Bedeutung der Klitoris, wird dabei häufig vernachlässigt oder gar nicht thematisiert. Der "männliche Blick" in Medien inszeniert Frauen als passive Objekte für den männlichen Betrachter. Dies führt zur Selbstobjektivierung, bei der der eigene Körper ständig von außen bewertet wird, was Körperscham und Unsicherheit fördert. Weiblichkeit wird mit sexueller Zurückhaltung assoziiert. Während männliche Promiskuität oft gefeiert wird, erfahren Frauen für das Ausleben ihres aktiven Begehrens gesellschaftliche Verurteilung. Dies untergräbt die sexuelle Autonomie. Das Patriarchat schafft eine "allgegenwärtige Drohkulisse". Sexualisierte Gewalt dient als Machtinstrument zur Disziplinierung. Die Normalisierung von Übergriffen in Medien schränkt die sexuelle Freiheit fundamental ein.
CIS Männer:
Dominanz und Druck: Männer werden unter dem Patriarchat mit der Erwartung konfrontiert, dominant, hart und potent zu sein. Dies kann zu einem erheblichen psychischen Druck führen, immer "leistungsfähig" sein zu müssen, was sich negativ auf die sexuelle Zufriedenheit auswirkt. Emotionale Unterdrückung: Das Patriarchat verlangt von Männern, Gefühle zu unterdrücken, um nicht als "schwach" zu gelten. Diese emotionale Hemmung erschwert eine offene und ehrliche Kommunikation über sexuelle Bedürfnisse und Wünsche in einer Partnerschaft. Eingeschränkte Identität: Das System schreibt Männern eine bestimmte, oft rigide, Rolle zu, was die Entfaltung ihrer sexuellen Identität und ihrer individuellen Bedürfnisse einschränken kann. Auch sie leiden unter den festgefahrenen Geschlechterrollen. Das Patriarchat hat zudem einen maßgeblichen Einfluss auf die Sexualität, indem es Heterosexualität als die einzig „natürliche“ Form der Sexualität festlegt, wodurch andere sexuelle Identitäten und Orientierungen unsichtbar gemacht oder diskriminiert werden. Das Ideal des "harten Mannes" unterdrückt emotionale Verletzlichkeit. Sexualität wird zum Wettkampf, geprägt von der Angst, nicht zu genügen. Fast jeder vierte Mann in einer Beziehung leidet unter diesem Druck. Da echte emotionale Nähe als "unmännlich" gilt, wird Sex oft zum Ersatz. Er wird zum einzigen Ventil für Nähe und Stress, was zu entfremdeten sexuellen Dynamiken führt und echte Intimität verhindert. Die Anzahl sexueller "Eroberungen" dient als Statuswährung unter Männern. Dieses quantitative Denken, oft geprägt durch Pornografie, verdrängt die Bedeutung von Qualität und emotionaler Tiefe in Beziehungen.
Non-binäre und Queer Personen:
Die Auswirkungen des Patriarchats auf non-binäre und queere Personen sind vielfältig und oft schädlich. Das Patriarchat, als ein System, das männliche Dominanz und binäre Geschlechterrollen festlegt, untergräbt die Identitäten und Erfahrungen von Personen, die außerhalb dieser Normen existieren. Sprachliche Ausgrenzung: Viele Sprachen sind binär aufgebaut, was es schwierig macht, geschlechtsneutrale Pronomen zu verwenden oder zu verstehen. Diskriminierung im Alltag: Non-binäre Personen stoßen häufig auf Unverständnis oder Feindseligkeit, wenn sie beispielsweise öffentliche Toiletten benutzen oder offizielle Dokumente ausfüllen. Verdrängung und Unsichtbarkeit Das Patriarchat hat historisch non-binäre und queere Personen aus der Gesellschaft verdrängt, indem es ihre Geschichten und Beiträge ignoriert. Diese Unsichtbarkeit führt dazu, dass non-binäre und queere Menschen in Geschichtsbüchern, Medien und der Populärkultur unterrepräsentiert sind. Diese fehlende Repräsentation kann zu Isolation und einem Mangel an Vorbildern führen, was die Selbstfindung erschwert. Kulturelle Normen: Kulturelle Traditionen und Rituale sind oft stark binär geprägt, was non-binäre Personen ausschließt. Medizinische Versorgung: Die medizinische Forschung und Praxis ist oft binär ausgerichtet, was die spezifischen Bedürfnisse von non-binären Personen (z.B. in Bezug auf Hormone oder geschlechtsangleichende Operationen) ignoriert. Psychische und physische Folgen Die ständige Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Unsichtbarkeit und Gewalt hat schwerwiegende Auswirkungen auf die mentale und körperliche Gesundheit. Studien zeigen, dass non-binäre und queere Personen ein höheres Risiko für Depressionen, Angstzustände und Suizidgedanken haben. Gewalt: Non-binäre Personen sind einem höheren Risiko für physische und verbale Gewalt ausgesetzt. Gaslighting: Die ständige Leugnung ihrer Identität kann zu einem Gefühl der Verwirrung und des Selbstzweifels führen, was als eine Form von Gaslighting betrachtet werden kann. Stress: Der andauernde Stress, der durch die ständige Invalidierung entsteht, kann chronische Gesundheitsprobleme verursachen.
Intersektionialität
Die sexuelle Erfahrung wird nie nur durch das Geschlecht geprägt. Patriarchale Unterdrückung verschränkt sich mit anderen Machtachsen wie Rassismus und Klassismus und schafft so mehrdimensionale Formen der Diskriminierung. Eine Analyse, die nur das Geschlecht betrachtet, ist unvollständig. Die Erfahrungen einer Schwarzen, queeren Frau aus einer armen Familie können nicht als bloße Summe von Sexismus, Rassismus und Klassismus verstanden werden. Diese Diskriminierungsformen wirken zusammen und schaffen einzigartige Hürden. Für queere People of Color bedeutet dies oft eine doppelte Marginalisierung: sowohl in der mehrheitlich weißen queeren Community als auch in ihrer eigenen ethnischen Gemeinschaft. Ihr Kampf um sexuelle Autonomie ist untrennbar mit dem Kampf gegen Rassismus und Klassismus verbunden.





