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Die neue Männlichkeit - Dein Schweigen ist kein Schutz


83.000 Frauen und Mädchen wurden im Jahr 2024 weltweit ermordet.

50.000 davon durch den eigenen Partner oder ein Familienmitglied – den Vater, die Mutter, den Cousin oder den Bruder. Das ist die Bilanz der Femizide 2024. (Quelle: Unric.org ) Und die Schweiz ist keine Ausnahme.

Es genügt nicht, als Mann zu sagen: „Ich bin kein Täter.“ Die allermeisten Männer sind keine Täter. Aber die allermeisten Männer tolerieren diese Gewalt offensichtlich durch das, was Männer besonders gut können: Schweigen.


Über 90 % aller schweren Straftaten werden von Männern verübt. Krieg, Mord, Körperverletzung, Vergewaltigung und Menschenhandel gehen zum allergrößten Teil auf das Konto von Männern.


Gewalt ist Gift – für uns alle

Es braucht Männer, die anderen Männern zeigen, dass Gewalt Gift für die gesamte Gesellschaft ist. Ich möchte dir eine Motivation geben, dich aktiv gegen diese Gewalt zu stellen: Wenn wir es schaffen, Männer von Gewalt abzuhalten, bleiben zehntausende Frauen und Mädchen am Leben. Im besten Fall überleben sie alle.

Unsere Welt wäre ein friedlicherer Ort mit fast 90 % weniger Straftaten. Ich weiß, das ist schwer vorstellbar. Aber es ist nur deshalb schwer vorstellbar, weil wir Männer uns über Generationen hinweg daran gewöhnt haben.

Wir glauben, dass Gewalt eben zu unserer Welt gehört. Dass sie „natürlich“ sei. Männer lernen früh, dass sie körperlich stärker sind als Frauen – aber sie lernen nicht, dass schon diese herablassende Einstellung eine Form von Gewalt ist. Und, es ist klar nicht natürlich, wenn 90 % der Gewalt nur von einer Seite ausgeht.

Was du als gewaltloser Mann tun kannst:

Laut werden. Aufstehen. Benennen.

Entwickle ein Gespür für Sexismus, für frauenfeindliche Witze, für patriarchales Gehabe und die subtilen Rechtfertigungen von Gewalt. Steh auf und brich dein Schweigen.

Männer neigen dazu, vor allem von anderen Männern lernen zu wollen.


Also: Übernimm diesen Job! Tu es, damit es uns allen besser geht. Damit wir alle angstfrei leben können. Damit eine Frau, die nachts allein im Wald auf ihrem Heimweg ist, aufatmen kann, wenn sie einem Mann begegnet – weil sie dann nicht mehr allein ist, statt vor Angst zu erstarren.

Es genügt nicht mehr, nach einer „echten Männlichkeit“ zu suchen. Unsere Suche muss darüber hinausgehen: hin zu einer echten Menschlichkeit.

Ich sage nicht: „Rette die ganze Welt.“

Ich sage: Beginne mit dem Mann im Spiegel. Und lass diesen Mann in deinem Freundeskreis laut werden.

Heute. Nicht morgen.

 
 
 

4 Kommentare


Thomas Baumgartner
Thomas Baumgartner
16. Dez. 2025

„Nicht Täter zu sein reicht nicht. Schweigen schützt Sexismus und Gewalt – patriarchale Strukturen leben von Passivität. 83.000 ermordete Frauen weltweit zeigen: Unsere Untätigkeit hat einen Preis. Es ist Zeit, aktiv zu werden, laut zu sein und Zivilcourage zu zeigen. Männer, wir müssen Verbündete sein, nicht Zuschauer.

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info2054080
16. Dez. 2025

Lieber Roger


Ich danke dir von Herzen für deinen artikel. Ich glaube auch, dass eine Veränderung auch stark von den eigenen reihen ausgehen muss. Ich liebe Männer und Frauen. Dennoch merke ich je länger je mehr, wie sehr ich mich vor Männern fürchte und das ist so schade.

Das einzige was zählt, ist in Liebe miteinander umzugehen.

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Daniel Kunz
Daniel Kunz
16. Dez. 2025

Männer können Täter sein, das stimmt. Jeder Mann muss aufpassen, dass er sich korrekt gegenüber Frauen verhält, auch ich natürlich. Trotzdem lieber Roger sehe ich in dem Text auch die Widerspiegelung von "Männer sind schlechter und böser als Frauen." Da kann ich nur sagen Halt! Das Böse und das Schlechte fragt nicht nach dem Geschlecht. Es kann in jedem von uns wohnen. Oder denkst du dass alle Frauen nur Unschuldslämmchen sind, die keiner Fliege was zuleide tun? Du merkst, da wird es einfach lächerlich. Das Böse äussert sich einfach bei Männern und Frauen tendenziell anders. Wir sollten gemeinsam am Guten, an der Liebe und am Schönen arbeiten. Frau und Mann, Mann und Frau.

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Roger Spiess
Roger Spiess
17. Dez. 2025
Antwort an

Lieber Daniel,

interessant, wie schnell du die statistische Realität von 90 % männlicher Gewalt auf eine abstrakte moralische Ebene ziehst. Dein Einwand, dass ‚das Böse in jedem wohne‘, ist ein sehr klassisches und wiederum vielen Männern geläufiges Ablenkungsmanöver: Er harmonisiert nur ein strukturelles Problem weg, indem er es zu einer allgemeinen menschlichen Eigenschaft erklärt. Damit machst du das eigentliche Thema unsichtbar. Schade, weil: Es geht in meinem Text nicht um eine moralische Verurteilung (‚Männer sind böse‘) oder die Behauptung, Frauen seien ‚Unschuldslämmchen‘, dazu gehört auch das lächerlich machen wollen dieses ernsten Themas. Es geht hier um Fakten.


Deshalb zurück zum Kern, den du mit deinem Appell an ‚das Schöne und die Liebe‘ umschifft hast:

Wie erklärst du dir ganz konkret…

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