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Eifersucht


Zerstörerische Kräfte wirken oft in eine Richtung, hinterlassen an ihrem Zielort Vernichtung und Einöde, und der Sender dieser Kraft, jetzt im Zusammenhang mit Menschen gesprochen, hat eine kurzfristige Genugtuung, die jedoch nicht lange anhält.

Eifersucht gehört auch zu den zerstörerischen Kräften, wirkt jedoch immer in beide Richtungen und verursacht so Leid auf beiden Seiten gleichzeitig.

Eifersucht gebiert sich selbst aus dem eigenen Leiden, und dieses Leid wird dem vermeintlichen Verursacher wieder zurück gegeben, und so leiden doch nur beide. Der eine, weil er weder geben noch akzeptieren kann, der andere weil er in seiner Art zu sein verändert werden soll.

Was ist Eifersucht?

Sie zeigt sich dort, wo mein Partner etwas hat, das ich nicht habe, aber gerne hätte, jedoch meinem Partner wegen darauf verzichtete! Sobald ich mir bewusst etwas versage, arbeite ich gegen eine Sehnsucht in mir, die aus irgendwelchen Gründen nicht gelebt werden kann oder darf. Das schmerzt, wenn auch manchmal sehr subtil.

Nun, wenn ich es nicht habe, soll er oder sie es auch nicht haben. Die Eifersucht beginnt dort, wo ich meinem Partner sage, was er tun darf, und was nicht. Ich beginne über ihn oder sie zu bestimmen. Und genau das ist die zerstörerische Kraft, die viele Beziehungen in die Knie zwingen kann. Liebe nimmt nicht gefangen, und sie schränkt nicht ein. Liebe nährt und befreit.

Natürlich, wir gönnen unserem Partner viel, drücken immer wieder ein bis zwei Augen zu, wir lieben ihn oder sie, teilen, tolerieren und ertragen gehören zu den kleinen Aufmerksamkeiten die wir unserem Partner gerne täglich schenken.

Aber es gibt Grenzen. Ihre Frauenabende, seine Fussball WM Abende mit seinen Freunden, Flirten mit anderen, oft die Zeit die man miteinander verbringt oder eben nicht verbringt, und natürlich die ausserbezüglichen Sexualitäten mit andern Menschen.

Party. Der Partner ist ein paar Meter entfernt, und unterhält sich blendend mit dem andern Geschlecht. Beide geniessen es, lachen und stacheln sich vielleicht sogar noch weiter auf. Zwar beginnt es im Bauch zu brodeln, aber hey, einfach nicht hinschauen und durchatmen. Könnte so ja klappen, aber jetzt tanzen sie auch noch, oder begeben sich an einen ruhigeren Ort um ungestörter zu reden, oder noch schlimmer, sie sind plötzlich nicht mehr zu sehen.

Unruhe.. ein unangenehmer Schmerz im Herz, Unsicherheit. Und mit der Zeit, je nach Temperament steigt die Wut hoch, und wird früher oder später in Eifersucht münden. Wer kennt das nicht?

Was hier jetzt geschieht hat nicht nur damit zu tun, was wir in Beziehungen an Verletzungen in den Bereichen der Verlustangst und dem Vertrauen schon erfahren mussten. Es hat auch damit zu tun, dass in diesen Situationen der Kontakt zwischen den Partnern abbricht, oder vermeintlich abbricht. Der Partner ist völlig anderweitig absorbiert, und hat alles andere vielleicht sogar vergessen! Das macht einsam. Und frustriert. Und wütend. Schliesslich kam man zusammen zu dieser Party!


In diesem Moment einen Augenkontakt, ein Wort, eine Berührung vom vermeintlich abtrünnigen Partner, so, dass der Flirt dies vielleicht sogar sieht, wirkt Wunder gegen die Kraft der Eifersucht. Es beruhigt augenblicklich. Er spricht mit einer Frau die er anscheinend mag, sie ist im Moment grad fasziniert von diesem andern Mann, aber sie wissen genau, wo sie hingehören!

Nun bleibt nur noch, nach zu forschen, woher die eigene Eifersucht kommt, denn sie hat selten bis nie etwas mit dem Partner oder der Partnerin zu tun.

Eifersucht heisst übersetzt: Ich gönne dir gewisse Dinge nicht, die du als schön oder anregend empfindest. Auch wenn es dir Spass macht, und du es offensichtlich geniesst, will ich nicht, dass du dir diesen Genuss auch schenkst. Ich nehmen ihn dir weg weil ich ihn nicht habe und ich ihn mir auch nicht erlaube, und wenn du mich liebst wirst du dich mir anpassen.

Das hat mit Liebe nichts zu tun. Wer liebt, gönnt dem Partner, der Partnerin nur das Beste, wünscht ihr ein wundervolles erfülltes Leben, gönnt ihr oder ihm alle Freuden die sie sich wünschen.

Denn: die Liebe nimmt nur von sich selbst, und gibt nur von sich selbst. (Khalil Gibran)


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