Fuck the Performance: Warum wir Männer den besten Sex oft vor lauter Leistung verpassen.
Zu lange wurden wir Männer in der Sexualität auf die Leistungen unseres Körpers reduziert.
Und hier dürfen wir uns zuerstmal grad sehr klar sein: Wir Männer etablierten aneinander diese Reduzierung auf widerstandsfähige Everlast Schwellkörper und nie endendes Ejakulatsvermögen. Wir sind ja auch immer noch auf Wettbewerb und Konkurrenzkampf getrimmt.
Während vieler Jahre in meiner Arbeit mit Menschen und Paaren, habe ich Männer und männlich gelesene Personen immer wieder dieselbe Frage gestellt: Was ist für Dich guter Sex?
Hetero Antworten: "Wenn beide einen Orgasmus haben."
Homo Antworten variierten doch immerhin etwas, wenn auch in der Homo-Szene der prall-potente Penis meistens die grosse Rolle innehat, gab es doch auch Antworten wie: "... wenn die Liebe immer wieder die Sex-energie ersetzt...."
Hetero Frauen und Lesben: "Wenn ich mit jemandem sein kann, der echte Verbindung zulässt." Lesben fügen oft noch an: "Nur mit einer Frau erreiche ich im zweisamen Liebesspiel auch einen Orgasmus, was bei Männern einfach nicht passiert."
Da gibt es keinen Anspruch auf Repräsentativität in meinen Aussagen, sie sind rein empirisch.
Zurück zur Reality: Und so wurde auch die Vagina darauf reduziert, für Penisse verfügbar zu sein, wie auch immer diese die Vaginen nutzen wollten: Gefragt, Ungefragt, Benutzend, Gebend, Fortpflanzungsfordernd oder -einladend, oder weil dafür bezahlt wurde - und beim letzten Punkt spreche ich NICHT die Sexarbeit an. Sondern die elenden Systeme in welchen der Mann das Geld nach Hause bringt und die Frau froh sein darf und dann halt in diesem ganzen System mitmacht. Ich gebe zu, es gibt Beziehungen wo diese Form gut funktioniert. Und das finde ich schön.
Das aber gleich voll in die Radikalisierung zu hämmern und als die einzig und alleinige Superform der Beziehung hinzustellen ist Seelen-Terrorismus.
Die Online Porno-Bibel klärt die allermeisten Kinder auf. Kinder, ja. Das Internet wartet nicht auf Pubertierende. Das Internet gibt Antworten auf alle Fragen.
Oder neuerdings ists auch in der manosphere gelernt.
Oder aus den masslos übertriebenen Geschichten der Peers. So masslos übertrieben wie in Filmen und Büchern auch.. und hier spreche ich nicht nur von Porno. Die Kino und Heim- filmischen und literarischen Sexszenen sind immer dieselben: Küssen, Kleider ausziehen oder zur Seite rücken, damit Penetration möglich wird, ein Ruck, Stöhnen, je nach Regisseur ein paar Stösse, Orgasmus, und langsam fährt die Kamera aus dem Bild.
Die Szenen dauern selten länger als die Zeit die du hier gebraucht hast um die letzten Sätze zu lesen. Das soll Sex sein?
Das runterrattern un-hinterfragter Abläufe weil es nirgends Drehbuch-Alternativen gab? Sind wir soweit, dass wir einander unsere Beziehungsliebe versichern, in dem wir uns gegenseitig unsere Orgasmen sichern und schenken, und gut ist?
Wann hast du das letzte Mal beim Sex mit deiner Partnerin, oder deinem Partner oder Non-binären Gegenüber so tief in die Augen geschaut, dass dich die Liebe fast zerriss?
.... weil du mit einem Menschen bist, der ja zu dir sagt?
Ein echtes, tiefes Ja.
Du wirst wissen, dass du diesen Ort erlebt hast, wenn deine Emotionen dich hart überrollen. Wenn du dich deinen Emotionen hingibst, lange bevor du dich deinem Orgasmus hingibst.
Und dann würde ich dich gerne fragen: "Was ist guter Sex?"
Wer mit mir näher darüber austauschen oder mehr erfahren möchte. Oder so grad nicht einverstanden ist: AmSonntag rede ich im Online Kongress Männer. Oder contact me.
Text: Roger Spiess. HI. (Human Intelligence).


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