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Sexuelles Erwachen oder eine wichtige Version derselben


Ich kann mich gut erinnern, an jenen heissen Sommertag vor vielen Jahren, ich badete am Zürichsee, genoss den Tag und mich selber. Und neben mir eine schöne, interessant aussehende Frau. Irgendwann ergab sich ein Gespräch, und wie sich das Leben manchmal so gestaltet, und wir uns glänzend verstanden, waren wir schon bald auf den Weg zu ihr nach Hause. Mein Herz pochte in wilder Aufregung und wohlig elektrisierende Lebensenergien blitzten in mir auf. Ich freute mich sehr auf ein sexuelles Abenteuer, das mir einfach so mitten im Tag geschenkt werden würde! Ja, ich fühlte mich unbesiegbar. Bei ihr zu Hause angekommen, küssten wir uns während die Kleider zu Boden fielen, der Tiger in mir war voll erwacht, und für mich gab es nur noch diese Frau zu erobern und glücklich zu machen!

Und mitten in meinem Sturm auf ihren Körper kam ihr Stop. Sie schob mich mit ihren Händen weg, blickte mir in die Augen, und sagte mit einem sanften Lächeln in ihren Augen: So nicht!

Ich war wie vom Donner getroffen. Was war denn jetzt los? Es gab für mich weit und breit keinen Grund genau jetzt unser aufregendes Spiel zu unterbrechen. Sie sagte: Ich will es mit dir geniessen, du bist zu schnell. Zu schnell? Was soll das bedeuten? Ich verstand gar nichts mehr. Ich fühlte mich abgewiesen, fühlte mich falsch, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, was ich falsch gemacht haben könnte!


Und sie wiederholte: Ich möchte es mit dir geniessen, komm, folge mir... Sie zog mich auf den Boden, wir setzten uns gegenüber im Schneidersitz, sie nahm meine Hände und blickte mir offen in die Augen. Diese Offenheit und Liebe in ihren Augen berührten mich einerseits, während ein anderer Teil in mir immer noch gar nichts verstand, und sich eher beleidigt fühlte. Ich wusste doch, wie Sex geht! Und ich weiss doch, was guter Sex ist! In mir gab es auch den Impuls, einfach aufzustehen, und zu gehen. Aber, manchmal im Leben trifft man gute Entscheidungen, auch wenn man im Moment nicht weiss weshalb. Es war ganz sicher ihre liebevolle, ehrliche und vor allem sich verletzlich zeigende Art, die mich hielt.

Ich blieb sitzen. Wir begannen uns zu streicheln, langsam, immer im Augenkontakt, unsere Körper kamen sich langsam näher, und mit viel Gefühl und Intensität rutschten wir irgendwann in wunderschöne Sexualitäten, gefüllt mit immer wiederkehrenden Wellen der Lust, der Ruhe, der Wildheit und wieder der Stille... Alles war mit dabei, und fast nie verloren wir in all dem den Kontakt über die Augen und dem Herz zwischen uns. Und wenn doch, so entspannten wir einfach wieder, bis wir uns neu fanden. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich. Diese Sexualität war so voll, so satt, so leuchtend und so tief wie ich es bis zu diesem Tag nie erlebt hatte! Und das mit einer Frau die ich an diesem Tag erst kennengelernt hatte! Ich lernte damals sehr, sehr viel von meiner Liebeslehrerin. Kontakt zu halten während dem Sex, mit Augen und Herz, den Körper fühlen und den Mut haben seinen Impulsen auch zu folgen, Präsenz, und mit sich selbst verbunden zu bleiben im Hier und Jetzt.


Im Laufe meiner Arbeiten mit den Sexualitäten der Menschen, im erforschen der Dynamiken zwischen Frauen und Männern in Beziehungen bin ich nicht selten zum Schluss gekommen, dass es wohl die Frau ist, welchen den Mann schlussendlich in die tieferen Ebenen der Sexualität führt! Die Entspannung und der Kontakt in der Sexualität ist den Frauen von Natur aus geläufiger und bewusster als vielen Männern die ich kenne und auch mit arbeitete.

Dafür gibt es verschiedene Gründe, der Hauptgrund dürfte sein, dass die Frau grundsätzlich in ihrer Herzenergie verankert ist. Ihre Sexualität entspringt aus dem Herz, und findet erst dann ihren Weg in ihr Becken. Der Mann hingegen ist in seiner Energie vielmehr im Becken verankert. Dort ist die archaische, und doch klar fokussierte gerade Energie der Sexualität zu Hause. Die Kraft, in die Mann die Frau führen kann, ist die achaische Energie des Beckens. Und auch das kann die Welt der Sexualität einer Frau aufregend verändern. Ein kleines Beispiel mit grosser Wirkung: Viele Stellungen im Geschönsverkehr (Ich benutze anstatt 'Geschlecht' lieber das Wort 'Geschön') erlauben der Frau gar keine, oder nur sehr kleine Beckenbewegungen während der körperlichen Liebe. Ohne Bewegung in den Hüften oder im Körper neigen die Muskeln eher dazu, zu halten und verkrampfen, was dem körperlichen Empfinden und dem Orgasmus sicherlich abträglich ist.

Nur die Stellung in der Frau oben ist, erlaubt ihr die Freiheiten, die ein Becken für seine Bewegungen braucht. Wir wissen es: Das bewegen der Hüften, das schaukeln des Beckens während dem Akt befreit Energien, öffnet das Becken und lässt die sexuelle Energie wirklich frei fliessen. Die Schaukelbewegung des Beckens alleine vermag die sexuelle Energie vom Herz in das Becken zu verschieben, und dies kann für Frau ganz neue sexuelle Dimensionen eröffnen.

Und hier bitte nicht falsch verstehen: Beide Energieformen sind richtig. Aber nicht nur! Der Mann steigt in seiner Beckenenergie auf in die Höhe seiner Sexualität und zum Herzen, das ist sein Weg, die Frau sinkt aus ihrem Herz in die Tiefe ihrer Sexualität und ins Becken. Sich hier, zwischen diesen beiden Ebenen zu treffen ist die Kunst in der sexuellen Beziehung! Ich kann nur empfehlen, dass Mann und Frau miteinander über ihre Sexualitäten reden, sie gemeinsam erforschen und immer wieder den Mut zu haben, diese auch neu zu gestalten. Und ich kann es hier versichern: Du lernst immer von deinem Partner, deiner Partnerin. Und immer nur gutes. Ausnahmslos. Wage es. Höre deiner Partnerin, deinem Partner gut zu. Du wirst staunen....


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